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Europa

Zum dritten Mal in diesem Jahr: EZB senkt Leitzins

Elke Wagner-Braun
Zuletzt aktualisiert: November 22, 2024 19:48
Elke Wagner-Braun
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins zum dritten Mal im Jahr 2024 gesenkt. Der Einlagenzins wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent gesenkt, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen einer lockeren Geldpolitik, die bereits im Juni mit einer Zinswende begann.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Zinssenkung

Die erneute Zinssenkung macht Geld „billiger“. Wer beispielsweise plant, eine Immobilie zu kaufen, könnte in Zukunft von niedrigeren Kreditkosten profitieren. Dies wird allerdings nicht sofort spürbar, da sich die Zinsen vor allem bei neu abgeschlossenen Finanzierungen auswirken. „Häuslebauer sollten daher noch etwas abwarten, bevor sie einen Baukredit abschließen“, raten Experten.

Gleichzeitig hat die Zinssenkung auch negative Auswirkungen für Sparer. Niedrigere Zinsen bedeuten in der Regel geringere Renditen auf Sparanlagen und Lebensversicherungen.

Gründe für die Lockerung der Geldpolitik

Der Hauptgrund für die erneute Zinssenkung ist die deutlich abgeflaute Inflation. Die Teuerungsrate im Euroraum sank im September auf 1,7 Prozent, wie Eurostat, das Statistikamt der Europäischen Union, bekannt gab. Damit liegt die Inflationsrate unter dem Zielwert der EZB von zwei Prozent. Zum Vergleich: Im August lag die Rate noch bei 2,2 Prozent. Inflationsspitzen von über zehn Prozent, wie sie im Herbst 2022 verzeichnet wurden, sind nun überwunden.

Herausforderungen für die Eurozone

Trotz der sinkenden Inflation bereitet die schwache Konjunktur der Eurozone der EZB Sorgen. Für das Jahr 2024 wird nur ein minimales Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent erwartet, was unter den Prognosen vom Sommer liegt. Insbesondere die stagnierende Wirtschaft in Deutschland wirkt dabei wie ein „Bremsklotz“. Erst in den kommenden Jahren rechnet die Notenbank mit einer Erholung der Konjunktur.

„Die EZB wird sich nicht auf einen festen Zinspfad festlegen“, heißt es in einer Erklärung der Zentralbank. Ob die Zinsen im Dezember weiter gesenkt werden, bleibt offen, obwohl viele Experten dies erwarten.

Positive Impulse für Investitionen

Die gesunkenen Zinsen könnten jedoch positive Impulse für Unternehmen setzen. Niedrigere Finanzierungskosten erleichtern Investitionen, was sich langfristig positiv auf die schwächelnde deutsche Wirtschaft auswirken könnte. In Zeiten schwacher Konjunktur sind solche Maßnahmen entscheidend, um den wirtschaftlichen Stillstand zu durchbrechen.

Die aktuelle Zinspolitik der EZB spiegelt ihre Bemühungen wider, die Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig die Inflation unter Kontrolle zu halten. Doch die wirtschaftlichen Herausforderungen, insbesondere in Deutschland, machen eine präzise Balance zwischen Konjunkturförderung und Preisstabilität notwendig.

Ausblick

Wie sich die Zinsen in den nächsten Monaten entwickeln, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die EZB mit ihrer aktuellen Politik den schwierigen Spagat zwischen Konjunkturbelebung und Inflationsbekämpfung versucht. Klar ist auch: Sollte die Konjunktur nicht wie erhofft anziehen, könnte die EZB gezwungen sein, im Dezember erneut zu handeln.

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