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Wirtschaft

Trumps Steuerpläne stoßen auf massiven Widerstand

Annika Schneider-Lindemann
Zuletzt aktualisiert: June 5, 2025 15:40
Annika Schneider-Lindemann
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Ein tiefgreifendes Gesetzesvorhaben mit weitreichenden Folgen

Donald Trump hat ein umfassendes Haushalts- und Steuerpaket vorgestellt, das tief in das soziale Gefüge der USA eingreift. Das als „Big Beautiful Bill“ (BBB) vermarktete Vorhaben enthält eine dauerhafte Verlängerung der Steuersenkungen von 2017, dazu temporäre Steuererleichterungen für Trinkgelder, Überstundenvergütungen, Kreditzinsen und andere Einkommensteile. Diese sollen allerdings ab Ende 2028 auslaufen.

Gleichzeitig plant Trump, bei Sozialprogrammen wie Medicaid und SNAP tief zu kürzen. Wer diese Hilfen beanspruchen möchte, soll künftig strenge Arbeitsauflagen erfüllen. Auch Steuervorteile für erneuerbare Energien, die unter Präsident Joe Biden eingeführt wurden, stehen auf der Streichliste. Das Gesamtbild: Steuererleichterungen oben – Einsparungen unten.

Musk sieht finanzielle Katastrophe und warnt vor Bankrott

Gegen diese Pläne erhebt sich lautstarke Kritik – besonders von Elon Musk. Der Unternehmer und frühere Regierungsberater warnt offen vor den Folgen des Pakets. „Amerika in den Bankrott zu treiben, ist NICHT in Ordnung!“, schrieb Musk auf seinem Portal X und forderte die US-Bürger auf: „Rufen Sie Ihren Senator an, rufen Sie Ihren Kongressabgeordneten an!“ Nur so könne man die Verabschiedung des Gesetzes noch verhindern.

Musk hatte das Gesetz bereits als „Abscheulichkeit“ und „ökonomischen Wahnsinn“ bezeichnet. In Interviews betont er, die geplanten Steuersenkungen kämen zur falschen Zeit, nämlich während die Staatsverschuldung ohnehin alarmierende Höhen erreicht habe. Das Gesetz würde das Defizit „aufblähen wie nie zuvor“.

Haushaltsdefizit soll um 2,4 Billionen Dollar steigen

Die Warnungen Musks stützen sich auf Berechnungen des Congressional Budget Office: Die Steuererleichterungen verursachen demnach 3,7 Billionen Dollar an Einnahmeverlusten. Die geplanten Einsparungen summieren sich auf lediglich eine Billion Dollar. Das bedeutet ein zusätzliches Defizit von 2,4 Billionen Dollar bis 2034.

Zusätzlich sind neue Ausgaben in Höhe von 350 Milliarden Dollar vorgesehen – darunter 150 Milliarden für das Pentagon, u. a. für Trumps Lieblingsprojekt, den „Golden Dome“-Raketenabwehrschirm, sowie 200 Milliarden für Grenzsicherung und Abschiebungen.

Republikanisches Lager gespalten – demokratische Ablehnung klar

Während die Demokraten das Gesetz als „steuerpolitischen Raubzug“ bezeichnen, ist auch die Republikanische Partei gespalten. Thomas Massie nannte das Paket eine „tickende Schuldenbombe“. Andere republikanische Abgeordnete kritisieren die sozialen Einschnitte, während ein weiterer Teil strengere Kürzungen fordert.

Der finale Gesetzestext wurde erst wenige Stunden vor der Abstimmung an die Abgeordneten verteilt. Zwei republikanische Abgeordnete gaben an, nicht alle Aspekte des Pakets überblickt zu haben. Das Paket passierte das Repräsentantenhaus nur mit einer Stimme Mehrheit: 215 zu 214.

Musk kritisiert auch den Einfluss auf eigene Branche

Musk hat nicht nur fiskalische Bedenken. Ihn stört besonders, dass durch das Gesetz staatliche Förderungen für den Kauf von Elektroautos gestrichen würden. Diese hatten Tesla lange begünstigt. Insider berichten, Musk habe sich über diese Streichungen „äußerst enttäuscht“ gezeigt. Sprecher des Repräsentantenhauses räumten offen ein, dass das Gesetz „negative Auswirkungen auf Musks Unternehmen“ haben könnte.

Einflussreiche Stimmen und politische Machtspiele

Trotz aller Widerstände drängt Trump auf zügige Umsetzung. Sein Ziel: Das Gesetz soll bis zum 4. Juli – dem US-Unabhängigkeitstag – unterschrieben sein. Musk hingegen macht weiter mobil. Er warnt, dass das Gesetz eine „Wende zum Schlechteren“ markiere und kündigte an, bei den nächsten Wahlen gezielt gegen Abgeordnete vorzugehen, die für das Paket stimmten.

Die Frage, ob das Gesetz auch im US-Senat besteht, ist offen. Selbst dort haben mehrere republikanische Senatoren bereits Bedenken angemeldet.

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