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Deutschland

Rheinmetall erwartet gewaltigen Auftragsschub | Aktienfinancial.de

Annika Schneider-Lindemann
Zuletzt aktualisiert: September 25, 2025 18:04
Annika Schneider-Lindemann
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Contents
Milliardenaufträge im RüstungssektorKrieg als WachstumsmotorEinstieg in den Schiffbau geplantBreitere Aufstellung durch ÜbernahmenKartellrechtliche Hürden und politische Dimension

Milliardenaufträge im Rüstungssektor

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall sieht sich in den kommenden Jahren vor einer historisch einmaligen Auftragswelle. Hintergrund ist die anhaltende Nachfrage nach Waffen und Ausrüstung infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine. Konzernchef Armin Papperger erklärte: „Rheinmetall hat im Augenblick eine Größenordnung von 65 Milliarden Euro und wird relativ schnell auf 70, 80 Milliarden und dann 120, 130 Milliarden Euro Auftragsbestand hochlaufen.“

Krieg als Wachstumsmotor

Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 steigen die Verteidigungsausgaben vieler europäischer Staaten massiv an. Davon profitiert vor allem Rheinmetall, das Panzer, Munition und militärische Fahrzeuge produziert. Der aktuelle Auftragsbestand von 65 Milliarden Euro markiert bereits einen Rekordwert – doch das Unternehmen rechnet damit, diese Summe in den nächsten Jahren nahezu zu verdoppeln.

Einstieg in den Schiffbau geplant

Einen weiteren Wachstumsschub verspricht sich Rheinmetall von der geplanten Übernahme der Naval Vessels Lürssen (NVL), einer Tochtergesellschaft der Bremer Lürssen-Gruppe. Damit würde das Unternehmen erstmals auch in den Bau von Kriegsschiffen einsteigen. Papperger betonte: „Es gibt ein erhebliches Potenzial für Werften in Deutschland.“ Der Abschluss des Deals hängt noch von der Freigabe des Bundeskartellamts ab, mit einer Entscheidung wird bis Dezember gerechnet.

Breitere Aufstellung durch Übernahmen

Mit der Integration der NVL-Sparte will Rheinmetall sein Produktportfolio deutlich erweitern. Neben Panzern und Gefechtsfahrzeugen könnten künftig auch Fregatten und militärische Spezialschiffe aus deutscher Produktion angeboten werden. Für den Konzern eröffnet dies die Möglichkeit, auf den weltweiten Beschaffungsmärkten eine noch größere Rolle zu spielen. Bereits heute zählt Rheinmetall zu den wichtigsten europäischen Rüstungsunternehmen, dessen Systeme unter anderem in der Bundeswehr und bei NATO-Partnern im Einsatz sind.

Kartellrechtliche Hürden und politische Dimension

Der Erwerb der NVL-Sparte benötigt noch die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass die Zustimmung erfolgt, da der deutsche Rüstungssektor strategisch gestärkt werden soll. Papperger machte deutlich, dass er mit einem zügigen Abschluss rechnet: „Wir erwarten, dass die Übernahme bis Ende des Jahres fixiert ist.“ Politisch dürfte der Einstieg in den Schiffbau auch Signalwirkung haben – Deutschland positioniert sich damit stärker als Komplettanbieter im Verteidigungsbereich.

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