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Kartellamt billigt JD.com-Übernahme von MediaMarkt und Saturn

Leonie Braun
Zuletzt aktualisiert: September 18, 2025 21:20
Leonie Braun
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Contents
Deutsche Wettbewerbshüter geben grünes LichtAuswirkungen auf den Wettbewerb überschaubarCeconomy bleibt mit starken Marken im FokusMilliardeninvestition aus PekingPolitische Dimension bleibt offen

Deutsche Wettbewerbshüter geben grünes Licht

Das Bundeskartellamt hat den geplanten Einstieg des chinesischen Online-Handelsriesen JD.com beim Elektronikhändler Ceconomy genehmigt. Damit steht der Übernahme der beiden großen Handelsketten MediaMarkt und Saturn formal nichts mehr im Wege. Behördenchef Andreas Mundt erklärte: „JD.com ist bislang nur in sehr geringem Umfang in Deutschland aktiv.“ Daher ergäben sich aus Sicht der Wettbewerbshüter keine Bedenken.

Allerdings wies Mundt darauf hin, dass „etwaige sicherheitspolitische Aspekte“ nicht in den Aufgabenbereich des Kartellamts fallen, sondern vom Bundeswirtschaftsministerium geprüft werden müssen.

Auswirkungen auf den Wettbewerb überschaubar

Nach Angaben der Bonner Behörde ist die Präsenz von JD.com auf dem europäischen Markt bislang äußerst begrenzt. Lediglich kleinere Online-Shops unter der Marke joybuy seien aktiv. Entsprechend gebe es „nur wenige wettbewerbliche Berührungspunkte“. Deshalb sehe man keine Gefahr, dass die Übernahme den Wettbewerb in Deutschland erheblich beeinträchtigen könnte.

Für die Wettbewerbshüter stand ausschließlich die Marktauswirkung im Vordergrund. Politische oder außenwirtschaftliche Fragen, die im Zusammenhang mit chinesischen Investitionen immer wieder aufkommen, liegen in der Zuständigkeit anderer Behörden.

Ceconomy bleibt mit starken Marken im Fokus

Die Düsseldorfer Ceconomy AG, bekannt durch ihre Kernmarken MediaMarkt und Saturn, betreibt ein dichtes Filialnetz in Europa und zählt zu den größten Elektronikhändlern des Kontinents. Neben dem stationären Handel spielt auch das Onlinegeschäft eine wachsende Rolle.

JD.com hingegen gilt als größter Einzelhändler Chinas nach Umsatz und hat vor allem im Onlinehandel und in der E-Commerce-Logistik seine Stärken. Mit der Übernahme könnte das chinesische Unternehmen auf einen Schlag seine Präsenz in Europa massiv ausbauen.

Milliardeninvestition aus Peking

Bereits Ende Juli hatten beide Unternehmen bekanntgegeben, dass eine umfassende Investmentvereinbarung abgeschlossen wurde. Ziel ist die vollständige Übernahme von Ceconomy durch den Konzern aus Peking. Über konkrete Kaufpreise wurden bislang keine Details veröffentlicht, die Größenordnung der Transaktion gilt jedoch als milliardenschwer.

Für JD.com eröffnet sich damit der Zugang zu einem der wichtigsten Elektronikmärkte Europas. Gleichzeitig könnte Ceconomy von den umfangreichen Logistik- und Technologiekompetenzen des chinesischen Konzerns profitieren.

Politische Dimension bleibt offen

Obwohl das Kartellamt keine wettbewerbsrechtlichen Hürden sieht, könnte die Übernahme noch durch politische Faktoren beeinflusst werden. Gerade in Berlin wird intensiv diskutiert, wie abhängig Deutschland und Europa von chinesischem Kapital in strategisch relevanten Branchen werden dürfen. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft deshalb mögliche sicherheitspolitische Folgen der Transaktion.

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