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Deutschland

Jobabbau in der Metall- und Elektroindustrie verschärft sich

Annika Schneider-Lindemann
Zuletzt aktualisiert: August 18, 2025 16:04
Annika Schneider-Lindemann
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Deutlicher Rückgang der Beschäftigtenzahlen

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie erlebt derzeit einen massiven Arbeitsplatzabbau. Laut Angaben des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall gingen allein im Juni rund 14.000 Stellen verloren. Im gesamten ersten Halbjahr summiert sich der Verlust bereits auf 76.000 Arbeitsplätze. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Monate ungebremst fort.

Insgesamt waren im Juni bundesweit noch etwa 3,82 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt – das entspricht 104.000 weniger als im Vorjahresmonat.

Kostenbelastungen als Hauptursache

Verbandsexperten machen vor allem die hohen strukturellen Kosten in Deutschland für die Entwicklung verantwortlich. Lars Kroemer, Chefvolkswirt von Gesamtmetall, erklärte: „Der Standort hat ein massives Kostenproblem bei Energie, Steuern, Sozialabgaben und Bürokratie.“

Zusätzlich belasten externe Faktoren wie die Zollpolitik der USA die exportorientierten Unternehmen erheblich. Besonders mittelständische Betriebe spüren den doppelten Druck von internationalen Handelskonflikten und hohen inländischen Kosten.

Verlust an Wertschöpfung in Milliardenhöhe

Mit jedem einzelnen Arbeitsplatz, der wegfällt, gehen nach Berechnungen von Gesamtmetall über 100.000 Euro an Wertschöpfung verloren. Rechnet man dies auf den bisherigen Stellenabbau hoch, ergibt sich ein volkswirtschaftlicher Schaden von fast 25 Milliarden Euro im Vergleich zu 2019.

„Das sind Dimensionen, die nicht nur die betroffenen Unternehmen treffen, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft schwächen“, betonte Kroemer.

Forderung nach politischem Kurswechsel

Der Verband fordert von der Bundesregierung eine entschlossene Reformagenda, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder zu stärken. Dazu gehören aus Sicht der Industrie ein Abbau der Bürokratie, eine steuerliche Entlastung der Unternehmen sowie Maßnahmen gegen die hohen Energiekosten.

Kroemer warnte: „Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, droht ein dauerhafter Verlust von Produktionskapazitäten und Know-how.“ Die Branche gilt als Schlüsselindustrie in Deutschland, da sie zahlreiche Zulieferer einbindet und für viele andere Wirtschaftszweige eine zentrale Bedeutung hat.

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