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Deutschland

JD.com baut Kontrolle über Media-Markt-Mutter Ceconomy aus

Annika Schneider-Lindemann
Zuletzt aktualisiert: December 2, 2025 19:09
Annika Schneider-Lindemann
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Contents
Mehrheitseinstieg der Chinesen wird RealitätKaufpreis und Rahmenbedingungen des AngebotsMöglicher Börsenrückzug rückt näherBedeutung für den europäischen ElektronikmarktWie es weitergeht

Mehrheitseinstieg der Chinesen wird Realität

Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com hat seinen Einfluss auf den Elektronikhändler Ceconomy erheblich ausgeweitet. Nach Abschluss der zusätzlichen Annahmefrist hält JD.com nun 85,2 Prozent des gesamten Grundkapitals – ein kräftiger Sprung gegenüber den zuvor gemeldeten 70,9 Prozent, die nach Ablauf der regulären Angebotsphase erreicht worden waren.

Das Unternehmen bestätigte diesen Schritt in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn. Die erweiterte Annahmefrist endete am 27. November, womit der Übernahmeprozess in die nächste Phase eintritt.

Kaufpreis und Rahmenbedingungen des Angebots

JD.com bot den Aktionären 4,60 Euro je Ceconomy-Aktie in bar. Der Preis entsprach den zuvor kommunizierten Konditionen des öffentlichen Übernahmeangebots. Trotz kritischer Marktbedingungen konnten die Chinesen damit einen sehr hohen Anteil der bestehenden Aktien erwerben und sich eine klare Mehrheit sichern.

Der Vollzug der Transaktion hängt nun von weiteren regulatorischen Genehmigungen ab. Nach Unternehmensangaben wird der endgültige Abschluss im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Erst wenn diese Freigaben erteilt sind, kann die Übernahme formal beendet werden.

Ein Sprecher des Konzerns betonte in diesem Zusammenhang: „Wir befinden uns auf einem guten Weg, alle nötigen Schritte für den Abschluss der Transaktion rechtzeitig umzusetzen.“

Möglicher Börsenrückzug rückt näher

Mit dem deutlichen Ausbau ihrer Beteiligung erhält JD.com eine komfortable Ausgangsposition für die zukünftige strategische Ausrichtung von Ceconomy. Dazu zählt auch die Möglichkeit eines vollständigen Börsenrückzugs.

Bereits zuvor hatte Ceconomy erklärt, ein Delisting könne kurz nach dem Transaktionsabschluss erfolgen. Nach Angaben aus früheren Unternehmenskreisen würde ein solcher Schritt im Juni 2026 denkbar sein, sofern JD.com dann weitere operative Weichen stellt.

Ein Börsenrückzug wäre ein erheblicher Einschnitt: Ceconomy ist seit Jahren ein prominenter Player im deutschen Einzelhandel, insbesondere durch die europaweit bekannten Marken MediaMarkt und Saturn. Das Unternehmen betreibt in mehreren Ländern Hunderte von Elektronikmärkten und galt lange Zeit als unverzichtbarer Bestandteil des stationären Handels.

Bedeutung für den europäischen Elektronikmarkt

Die Übernahme durch JD.com spiegelt auch eine umfassendere Entwicklung innerhalb der Branche wider. Massive Konkurrenz durch Online-Plattformen, veränderte Konsumgewohnheiten und steigende Kosten haben den traditionellen Elektronikhandel unter Druck gesetzt.

Chinesische Handelsriesen wie JD.com, die über hohe technologische Kompetenz und große Logistiknetzwerke verfügen, nutzen diese Schwächephase, um ihre Präsenz in Europa auszubauen. Mit dem Mehrheitserwerb erhält JD.com nun Zugang zu einem der größten Elektronikhändler des Kontinents.

Branchenexperten gehen davon aus, dass eine tiefere Integration in das globale JD-Ökosystem für Ceconomy erhebliche Veränderungen bringen könnte – von neuen Lieferkettenstrukturen bis hin zu modernisierten E-Commerce-Modellen. Ein Analyst formulierte es so: „Die Beteiligung ermöglicht JD.com den direkten Zugriff auf ein europaweites Filialnetz – ein strategischer Vorteil, den kaum ein anderer asiatischer Anbieter besitzt.“

Wie es weitergeht

Mit der nun gesicherten Mehrheit kann JD.com langfristig nahezu alle zentralen Entscheidungen bestimmen. Dazu gehören sowohl die Zusammensetzung des Aufsichtsrats als auch zukünftige Investitionspläne. Die kommenden Monate werden zeigen, in welche Richtung die neue Eigentümerstruktur Ceconomy lenken wird.

Klar ist jedoch: Der Einstieg von JD.com markiert einen der bedeutendsten Eigentümerwechsel im europäischen Einzelhandel der vergangenen Jahre.

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