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Politik

Eskalation im Nahen Osten treibt Preise nach oben

Lukas Fischer
Zuletzt aktualisiert: March 20, 2026 17:29
Lukas Fischer
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Contents
Forscher schlagen Alarm vor neuer TeuerungswelleEnergiepreise als zentraler PreistreiberUnsicherheit belastet Investoren und VerbraucherGefahr einer wirtschaftlichen StagnationInflationsziel der Notenbank gerät unter DruckKonflikt wirkt weit über die Region hinausErwartungen drehen ins NegativeWirtschaft vor einer neuen Belastungsprobe

Forscher schlagen Alarm vor neuer Teuerungswelle

Die wirtschaftlichen Folgen der Eskalation im Nahen Osten rücken zunehmend in den Fokus. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) warnt eindringlich vor einem spürbaren Anstieg der Preise in Deutschland.

Nach aktuellen Berechnungen der Mannheimer Ökonomen könnte ein Konflikt mit einer Dauer von rund drei Monaten die Inflationsrate auf etwa 2,7 Prozent steigen lassen. Damit würde die Teuerung wieder klar über die angestrebte Stabilitätsmarke hinausgehen.

Die Prognose basiert auf einer breit angelegten Konjunkturumfrage unter Investoren und Analysten. Sie zeigt, dass sich die Erwartungen bereits deutlich eingetrübt haben.

Energiepreise als zentraler Preistreiber

Im Mittelpunkt der Analyse stehen die stark steigenden Energiepreise. Diese gelten als Hauptursache für den erwarteten Inflationsanstieg.

Die Ökonomin Lora Pavlova bringt die Lage präzise auf den Punkt:
„Steigende Energiepreise bremsen das Wachstum und verstärken zugleich den Inflationsdruck.“

Höhere Kosten für Öl und Gas wirken sich unmittelbar auf nahezu alle Wirtschaftsbereiche aus. Unternehmen müssen mehr für Produktion und Transport zahlen, während Verbraucher steigende Preise für Energie und Alltagsgüter schultern müssen.

Diese doppelte Belastung – schwächeres Wachstum bei gleichzeitig steigenden Preisen – stellt eine klassische Herausforderung für die Wirtschaftspolitik dar.

Unsicherheit belastet Investoren und Verbraucher

Neben den direkten Kostenwirkungen spielt auch die zunehmende Unsicherheit eine entscheidende Rolle.

Eine Kollegin Pavlovas betonte:
„Die massiv gestiegene Unsicherheit hält Investoren zurück und macht Haushalte sparsamer.“

Diese Entwicklung ist für die Konjunktur besonders problematisch. Wenn Unternehmen Investitionen verschieben und Konsumenten ihre Ausgaben reduzieren, schwächt sich die wirtschaftliche Dynamik zusätzlich ab.

Die Folgen sind bereits spürbar: Märkte reagieren nervös, Investitionsentscheidungen werden vertagt, und die wirtschaftliche Aktivität verliert an Schwung.

Gefahr einer wirtschaftlichen Stagnation

Die ZEW-Analyse zeichnet ein noch düsteres Szenario für den Fall einer längeren Eskalation. Sollte der Konflikt intensiver verlaufen oder über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten andauern, drohen deutlich schwerwiegendere Konsequenzen.

In diesem Fall könnte die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr in eine Phase der Stagnation geraten. Gleichzeitig würde die Inflation deutlich über die Zielmarke von 2 Prozent hinaus ansteigen.

Damit entsteht ein Umfeld, das für Wirtschaft und Politik gleichermaßen schwierig zu steuern ist: schwaches Wachstum bei gleichzeitig anhaltendem Preisdruck.

Inflationsziel der Notenbank gerät unter Druck

Die Entwicklung stellt auch die Geldpolitik vor neue Herausforderungen. Die Zielmarke von 2 Prozent Inflation, die als zentraler Orientierungswert gilt, könnte durch externe Schocks erneut verfehlt werden.

Besonders kritisch ist dabei, dass der Preisanstieg nicht aus einer starken Nachfrage resultiert, sondern aus steigenden Kosten. Solche angebotsseitigen Schocks sind schwerer zu kontrollieren und entziehen sich weitgehend klassischen geldpolitischen Instrumenten.

Die Notenbanken stehen damit vor einem Dilemma: Zinserhöhungen könnten die Inflation dämpfen, gleichzeitig aber die ohnehin schwache Wirtschaft zusätzlich belasten.

Konflikt wirkt weit über die Region hinaus

Die Analyse macht deutlich, dass es sich nicht um ein regional begrenztes Problem handelt. Der Konflikt im Nahen Osten entfaltet direkte Auswirkungen auf europäische Volkswirtschaften.

Insbesondere Deutschland, als exportorientierte und energieabhängige Wirtschaft, ist anfällig für externe Schocks. Steigende Energiepreise wirken sich unmittelbar auf Industrie, Mittelstand und private Haushalte aus.

Zudem verstärkt die globale Verflechtung der Märkte die Geschwindigkeit, mit der sich solche Effekte übertragen.

Erwartungen drehen ins Negative

Ein zentraler Punkt der ZEW-Erhebung ist die Veränderung der Stimmung unter Marktteilnehmern. Analysten und Investoren passen ihre Erwartungen zunehmend nach unten an.

Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Kosten und schwächerer Nachfrage führt zu einer deutlichen Eintrübung der wirtschaftlichen Perspektiven.

Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich die negativen Effekte selbst verstärken: sinkende Investitionen, vorsichtiger Konsum und steigende Preise bilden eine gefährliche Mischung für die weitere Entwicklung.

Wirtschaft vor einer neuen Belastungsprobe

Die aktuellen Prognosen zeigen, dass der Nahostkonflikt weitreichende ökonomische Konsequenzen haben kann. Bereits ein zeitlich begrenzter Konflikt reicht aus, um die Preisentwicklung spürbar zu beeinflussen.

Sollte sich die Lage weiter verschärfen, droht eine Kombination aus steigender Inflation und stagnierendem Wachstum – ein Szenario, das als besonders problematisch gilt.

Die kommenden Monate dürften daher entscheidend sein, ob sich die wirtschaftlichen Risiken stabilisieren oder weiter zuspitzen.

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