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Entspannung im Handelsstreit beflügelt Märkte

Leonie Braun
Zuletzt aktualisiert: November 4, 2025 15:45
Leonie Braun
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Optimistischer Wochenstart an den Börsen – Dax steigt über 24.000 Punkte

Zum Auftakt des Monats November zeigen sich die europäischen Aktienmärkte in starker Verfassung. Der Dax durchbrach erneut die Marke von 24.000 Punkten und erreichte zwischenzeitlich 24.250 Zähler, bevor er mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 24.132 Punkten aus dem Handel ging. Auch der EuroStoxx50 legte leicht zu und schloss 0,3 Prozent höher bei 5.677 Punkten. Der Euro zeigte sich stabil bei 1,1528 US-Dollar.

Entspannung im US-chinesischen Handelskonflikt

Für die positive Stimmung sorgten neue Signale aus dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Nach monatelanger Unsicherheit zeichnete sich eine spürbare Entspannung ab, insbesondere im sensiblen Bereich der Halbleiterlieferungen. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg erklärten: „Der Lieferstreit um Halbleiter aus China, der die Autoindustrie zuletzt in Unruhe versetzte, scheint sich zu entspannen.“

Der niederländische Chiphersteller Nexperia, der zum chinesischen Wingtech-Konzern gehört, teilte am Sonntag mit, dass die Hindernisse für die Lieferung seiner Chips beseitigt worden seien. Man wolle sich nun auf eine stabile Versorgung der Kunden konzentrieren. Diese Nachricht wurde an den Märkten als Signal der Entspannung gewertet und sorgte für Erleichterung, insbesondere in der Automobilbranche.

Automobilsektor reagiert mit Kursgewinnen

Der Automobilsektor, der in den vergangenen Wochen stark unter den Halbleiterengpässen gelitten hatte, gehörte zu den größten Gewinnern des Tages. Die Aussicht auf eine kontinuierliche Chipversorgung stützte die Aktienkurse von Herstellern und Zulieferern gleichermaßen.

Vor allem die deutschen Automobilwerte zeigten sich freundlich. Händler berichteten von neuen Käufen institutioneller Investoren, die auf eine Verbesserung der Produktionsaussichten setzen. Der Markt geht davon aus, dass sich die Lieferkettenprobleme allmählich entspannen, was die Auslastung der Werke im vierten Quartal erhöhen dürfte.

Ein Marktanalyst kommentierte: „Die Branche hat in den letzten Monaten unter der Unsicherheit gelitten. Wenn die Chipversorgung wieder zuverlässig läuft, kann sich die Produktion schnell normalisieren.“

Siemens Energy im Fokus der Anleger

Neben den Autowerten rückten auch die Aktien von Siemens Energy in den Mittelpunkt. Das Papier stieg um 2,5 Prozent auf 110 Euro, nachdem sich die US-Investmentbank Morgan Stanley im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen optimistisch zeigte.

Die Analysten der Bank bestätigten ihre Einstufung „Overweight“ und hoben das Kursziel von 112 auf 120 Euro an. Begründet wurde die Einschätzung mit positiven Aussichten für das Turbinen- und Netzgeschäft, das von der globalen Energiewende und steigenden Investitionen in Strominfrastruktur profitiert.

„Wir sehen Siemens Energy als klaren Profiteur des wachsenden Bedarfs an nachhaltiger Energieerzeugung und Netzmodernisierung“, hieß es in der Analyse.

November gilt als starker Börsenmonat

Auch saisonale Faktoren spielten bei der positiven Marktstimmung eine Rolle. Der November gilt traditionell als starker Börsenmonat, in dem Investoren nach schwankungsreichen Herbstphasen wieder verstärkt auf Aktienkäufe setzen.

Viele Marktteilnehmer erwarten, dass sich die Erholung an den globalen Börsen fortsetzt, sofern es keine neuen geopolitischen Spannungen gibt. Die Anleger hoffen auf stabile Inflationsdaten, eine entspannte Zinsentwicklung in den USA sowie eine Nachfragebelebung in China.

Ein Börsenkommentator in Frankfurt fasste die Stimmung zusammen: „Der Markt wirkt entschlossener als noch vor wenigen Wochen. Anleger suchen wieder nach Chancen – nicht nach Risiken.“

Ausblick: Stabilisierung in Sicht

Mit der aktuellen Bewegung über die Marke von 24.000 Punkten hat der Dax aus technischer Sicht einen wichtigen Widerstand überwunden. Experten sehen nun Potenzial bis in den Bereich von 24.500 bis 24.700 Punkten, sofern die positiven Impulse anhalten.

Gleichzeitig bleibt die Lage fragil. Die Märkte reagieren sensibel auf neue Daten zu Inflation, Energiepreisen und Exportzahlen. Eine anhaltende Entspannung im internationalen Handel könnte jedoch den nötigen Rückenwind liefern, um den Aufwärtstrend zu festigen.

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