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Wirtschaft

Dax setzt Rekordlauf fort – Märkte bleiben nervös

Annika Schneider-Lindemann
Zuletzt aktualisiert: January 12, 2026 20:46
Annika Schneider-Lindemann
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Frankfurter Börse trotzt geopolitischen Spannungen

Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich auch nach dem fulminanten Jahresauftakt weiter erstaunlich widerstandsfähig. Trotz der Eskalation im Iran und der zunehmenden politischen Spannungen in den USA zwischen US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell hielten sich die Belastungen für den Markt in Grenzen. Der Dax kletterte im Tagesverlauf erneut auf ein Allzeithoch und schob seine Bestmarke auf 25.421,42 Punkte nach oben.

Zum Handelsschluss stand ein Plus von 0,6 Prozent zu Buche, der Leitindex verabschiedete sich mit 25.405 Punkten aus dem Markt. Auch auf europäischer Ebene blieb die Tendenz freundlich: Der EuroStoxx50 gewann 0,2 Prozent und notierte bei 6012 Punkten. Der Euro zeigte sich gegenüber dem US-Dollar deutlich fester und stieg auf 1,1678 US-Dollar.

Technische Überhitzung rückt stärker in den Fokus

Mit dem anhaltenden Anstieg mehren sich jedoch auch die warnenden Stimmen. Aus charttechnischer Sicht habe der Markt inzwischen ein anspruchsvolles Bewertungsniveau erreicht. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, ordnet die Lage vorsichtig ein: „Der Dax ist technisch betrachtet deutlich überkauft. Jetzt beginnt eine Phase, in der sich zeigen muss, ob die Kursfantasie auch fundamental getragen wird.“

Altmann spricht von einer „Woche der Wahrheit“, da mit dem Start der Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 eine Bewährungsprobe bevorstehe. Entscheidend werde sein, ob die Unternehmen steigende Gewinne vorlegen können – oder ob die Börse ihrer Zeit zu weit vorausgelaufen ist.

Berichtssaison entscheidet über nächsten Kursschub

Die Erwartungshaltung der Anleger ist hoch. Nach dem starken Lauf der vergangenen Wochen sind positive Überraschungen in vielen Kursen bereits eingepreist. Bleiben überzeugende Gewinnzuwächse aus, könnten selbst kleine Enttäuschungen zu spürbaren Rücksetzern führen. Umgekehrt besteht bei robusten Zahlen durchaus weiteres Potenzial nach oben.

Einige Marktteilnehmer halten langfristig sogar noch höhere Indexstände für möglich. So ist an der Börse immer wieder zu hören, dass Marken oberhalb von 26.000 Punkten im laufenden Jahr erreichbar seien – vorausgesetzt, die globale Konjunktur hält Kurs und die Unternehmensgewinne ziehen weiter an.

Autosektor gerät unter Druck

Während der Gesamtmarkt von Optimismus getragen wird, zeigten sich innerhalb des Dax deutliche Unterschiede. Besonders die Automobilwerte standen unter Verkaufsdruck. Mercedes-Benz und Volkswagen verloren 1,2 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent.

Belastend wirkten vor allem US-Zölle sowie die anhaltende Nachfrageschwäche in China, einem der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Autobauer. Beide Konzerne berichteten von deutlichen Absatzrückgängen in den USA und in China. Zuwächse in anderen Regionen reichten nicht aus, um diese Einbußen auszugleichen.

Währungs- und Zinsumfeld bleibt unterstützend

Neben der Aktienentwicklung spielte auch das Währungsumfeld eine Rolle. Der festere Euro spiegelt Erwartungen wider, dass die Zinspolitik in den USA weniger berechenbar geworden ist. Die Auseinandersetzung zwischen Donald Trump und Jerome Powell sorgt für zusätzliche Unsicherheit an den Märkten und verstärkt die Aufmerksamkeit für geldpolitische Signale.

Gleichzeitig hoffen Anleger weiterhin auf ein Umfeld moderater Zinsen, das Aktien gegenüber anderen Anlageklassen attraktiv hält. Diese Kombination aus Liquidität, Erwartungshaltung und politischer Unsicherheit prägt derzeit das Marktgeschehen.

Zwischen Euphorie und Realität

Der deutsche Leitindex bewegt sich damit in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite stehen Rekordstände, robuste Marktbreite und günstige Finanzierungsbedingungen. Auf der anderen Seite wachsen die Risiken durch geopolitische Konflikte, politische Eingriffe und eine mögliche Überhitzung einzelner Sektoren.

Ob der Dax seinen Höhenflug fortsetzen kann oder eine Konsolidierung einsetzt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden – mit den Unternehmenszahlen als zentralem Prüfstein.

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