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Wirtschaft

Dax rutscht nach schwachen Bilanzen deutlich ab

Annika Schneider-Lindemann
Zuletzt aktualisiert: January 29, 2026 20:12
Annika Schneider-Lindemann
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Contents
Breite Verluste an den europäischen BörsenTechnologiesektor unter starkem VerkaufsdruckSAP mit zweistelligem KurseinbruchDeutsche Bank trotz Gewinnanstieg im MinusÖlmarkt reagiert auf geopolitische SpannungenAnlegerstimmung bleibt angespannt

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Ende der Handelswoche spürbar nachgegeben. Enttäuschende Unternehmenszahlen belasteten die Stimmung der Anleger erheblich. Der Dax verlor 2,1 Prozent beziehungsweise mehr als 500 Punkte und schloss bei 24.309 Zählern. Besonders stark wirkten sich Kursverluste einzelner Schwergewichte aus. Auch andere europäische Indizes gerieten unter Druck, während geopolitische Risiken zusätzlich für Verunsicherung sorgten.

Breite Verluste an den europäischen Börsen

Nicht nur in Frankfurt zeigte sich ein negatives Bild. Der EuroStoxx50 gab um 0,6 Prozent nach und notierte zum Handelsschluss bei 5.898 Punkten. Vor allem Technologiewerte standen europaweit unter Verkaufsdruck. Enttäuschende Geschäftszahlen großer internationaler Konzerne dämpften die Risikobereitschaft der Investoren. Marktbeobachter sprachen von einer spürbaren Ernüchterung nach zuvor hohen Erwartungen an die Berichtssaison.

Technologiesektor unter starkem Verkaufsdruck

Besonders heftig traf es den TecDax, der um 3,8 Prozent einbrach. Ausschlaggebend waren schwache Vorgaben aus den USA. Die Zahlen von Microsoft blieben hinter den Markterwartungen zurück und belasteten den gesamten Technologiesektor. Investoren reagierten sensibel auf Anzeichen einer nachlassenden Wachstumsdynamik bei großen Software- und IT-Unternehmen, die zuletzt als Stütze der Märkte gegolten hatten.

SAP mit zweistelligem Kurseinbruch

Im Dax stand vor allem SAP im Fokus. Die Aktien des größten europäischen Softwarekonzerns verloren 16,1 Prozent und waren damit klarer Tagesverlierer. Das Unternehmen stellte für das laufende Jahr eine erneute Abschwächung beim Wachstum der Cloud-Auftragseingänge in Aussicht. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich das Volumen neuer Cloud-Verträge auf 21 Milliarden Euro und blieb damit unter den Erwartungen vieler Analysten. Diese Prognose traf den Markt unvorbereitet und löste massive Verkäufe aus.

Deutsche Bank trotz Gewinnanstieg im Minus

Auch die Deutsche Bank konnte sich dem negativen Marktumfeld nicht entziehen. Die Aktie verlor 1,3 Prozent, obwohl das Institut für das vergangene Jahr einen deutlichen Gewinnsprung sowie eine höhere Dividende gemeldet hatte. Ein Händler erklärte, nach den positiven Zahlen gebe es „erst einmal keine neuen Impulse mehr“. Zusätzlich wurden die Ergebnisse von neuen Geldwäsche-Ermittlungen überschattet, die erneut Fragen zur Rechts- und Kontrollsituation des Geldhauses aufwarfen.

Ölmarkt reagiert auf geopolitische Spannungen

Parallel zu den Kursverlusten an den Aktienmärkten rückten die Entwicklungen am Ölmarkt in den Vordergrund. Händler preisten ein erhöhtes geopolitisches Risiko ein, da die Wahrscheinlichkeit direkter US-Maßnahmen gegen den Iran gestiegen sei. Jorge Leon von Rystad Energy schrieb in einer Analyse: „Die Geschwindigkeit der Ölpreisreaktion deutet darauf hin, dass die Märkte eine US-Militäraktion gegen den Iran als reales, kurzfristiges Risiko ansehen.“

Leon verwies darauf, dass der innenpolitische Druck auf die iranische Führung nach dem harten Vorgehen gegen Proteste zuletzt nachgelassen habe. Gleichzeitig habe sich der Druck vonseiten der USA durch jüngste Warnungen von Präsident Donald Trump deutlich erhöht. „Die Märkte scheinen diese Äußerungen ernst zu nehmen“, so Leon weiter.

Anlegerstimmung bleibt angespannt

Die Kombination aus schwachen Unternehmenszahlen, belastenden Einzelwerten und zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten führte zu einer spürbar defensiven Haltung vieler Investoren. Marktteilnehmer rechnen kurzfristig mit anhaltender Nervosität, da sowohl weitere Quartalszahlen als auch politische Entwicklungen das Geschehen bestimmen dürften. Besonders im Technologiesektor und bei konjunktursensiblen Werten bleibt die Lage angespannt.

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