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Europa

Bundesregierung weist Unicredit-Pläne zurück | Aktienfinancial.de

Elke Wagner-Braun
Zuletzt aktualisiert: August 25, 2025 15:26
Elke Wagner-Braun
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Berlin stellt sich gegen italienische Großbank

Die Bundesregierung hat die jüngsten Schritte der italienischen Bank Unicredit deutlich kritisiert. Hintergrund ist die Ausweitung der Beteiligung an der Commerzbank. Eine Sprecherin des Finanzministeriums erklärte: „Wir lehnen das unabgestimmte und unfreundliche Vorgehen der Unicredit ab.“ Der Bund habe mehrfach betont, dass er die Eigenständigkeit der Commerzbank unterstütze und werde daher seinen Anteil von gut zwölf Prozent nicht verkaufen.

Unicredit baut Beteiligung weiter aus

Die Unicredit hat ihren direkten Aktienanteil an der Commerzbank auf 26 Prozent erhöht und zugleich angekündigt, zusätzliche Finanzinstrumente künftig in Aktien umzuwandeln. Damit könnte der Anteil auf knapp 29 Prozent steigen. Sollte die Bank die Marke von 30 Prozent überschreiten, wäre sie nach deutschem Recht verpflichtet, ein Übernahmeangebot an die restlichen Aktionäre zu richten. Für die Bundesregierung, die das Institut während der Finanzkrise 2008/2009 gestützt hatte, steht fest: Ein Kontrollwechsel ohne politische Abstimmung ist nicht akzeptabel.

Verhandlungen über Stellenabbau nahezu abgeschlossen

Parallel dazu arbeitet die Commerzbank an ihrer internen Restrukturierung. Nach Angaben von Betriebsratschef Sascha Uebel stehen die Gespräche mit dem Management kurz vor einem Abschluss. „Der letzte Verhandlungstermin war vergangene Woche, und wir sind mit dem Thema weitestgehend durch“, sagte er. Man erwarte, dass der Gesamtbetriebsrat dem vereinbarten Paket bei seiner nächsten Sitzung am 11. September zustimmen werde.

Geplanter Abbau von fast 4000 Stellen

Im Rahmen ihrer Sparstrategie plant die Commerzbank bis 2028 den Abbau von rund 3900 Vollzeitstellen, davon etwa 3300 in Deutschland. Ziel ist es, die Kostenstruktur deutlich zu verschlanken. Die Bank setzt dabei überwiegend auf natürliche Fluktuation sowie auf den demografischen Wandel. Kündigungen sollen möglichst vermieden werden. Ursprünglich sollten die Rahmenregelungen für den Stellenabbau bereits im zweiten Quartal beschlossen werden, was sich nun leicht verzögert hat.

Balance zwischen Politik und Restrukturierung

Die Commerzbank steht damit in einem Spannungsfeld: Einerseits kämpft das Management mit der Neuausrichtung und Kostensenkung, andererseits mischt die Politik bei Fragen der Eigentümerstruktur kräftig mit. Dass der Bund seine Position verteidigt, zeigt die Sensibilität des Themas – zumal die Bank als zweitgrößtes privates Kreditinstitut Deutschlands eine zentrale Rolle im Finanzsystem spielt.

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